Die Bedeutung von Kernthesen für deinen Bucherfolg

Warum brauche ich eine Kernthese, wenn ich schon weiß, über was ich schreiben will?
Weil die Kernthese als Motor & roter Faden in deinem Buch ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs ist

Für mich hat das ein bisschen was von „Zurück in die Zukunft“ – die Schulzeit meldet sich zu Wort. Ich erinnere mich noch ganz dunkel daran, wie ich früher im Klassenzimmer saß und der Deutschlehrer uns beibrachte, dass man zu jedem Text eine These und eine Antithese aufstellen kann. Von der Synthese mal ganz abgesehen, aber so tief soll es heute nicht gehen. Wenn ich das auch damals eher langweilig fand, so ist mir heute bewusst, dass diese Thesen das Gerüst deines Buches sind – und noch viel mehr!

In der Zusammenarbeit mit meinen Kunden kommen wir in den sieben Sessions, die wir miteinander durchlaufen, irgendwann immer an den Punkt, an dem ich sage: So, und jetzt erarbeiten wir mal die Kernthesen. Meistens schauen mich dann große Augen an mit der Frage: Äh, jaaa, und wofür soll das jetzt bitte gut sein?

Ganz einfach: Du kannst die Kernthese als eine Verdichtung deines gesamten Buches verstehen. Alles, was dein Buch ausmacht, jedes Kapitel, jede Aussage, deine Botschaft…alles unterstützt diese eine Kernthese.

Jedes einzelne Wort deines Buches unterstützt deine Kernthese

Ich habe ein Beispiel für dich, damit es etwas klarer wird. Nehmen wir an, deine Kernthese ist: Die Welt ist böse. Nun sollte jeder Satz, jedes Wort, jedes Kapitel diese Aussage unterstützen und deutlich werden lassen. Der Leser kommt nach Ende des Buches eindeutig zu dem Schluss: Die Welt ist böse.
Denn du möchtest mit deinem Sachbuch natürlich eine Botschaft in die Welt bringen. Du hast etwas zu sagen, du möchtest den Menschen etwas mitgeben. Vielleicht möchtest du in deinen Lesern eine Änderung oder eine Bestätigung ihrer Gedanken auslösen.

Und wenn du mal wieder in eine Situation kommst, in der du vor den leeren Seiten sitzt und dich fragst: Hey, was schreibe ich hier eigentlich? Wie komme ich hier weiter? Dann schaust du auf deinen Zettel, der neben dir liegt oder an der Wand über deinem Laptop hängt und auf dem deine Kernthese steht. Und eins kann ich dir aus jahrelanger Erfahrung mit über 210 Büchern versprechen: Wenn du das richtig gut gemacht und dir dafür vor dem Schreiben deines Buches etwas Zeit genommen hast, dann kommt sofort ein „Ach ja, richtig, in diese Richtung war ich unterwegs und genau deshalb mache ich das Ganze hier.“ Diese Kernthese ist dein roter Faden, der dich immer auf Kurs hält und deine Botschaft durch das gesamte Buch hindurch aufrecht erhält und festigt. Wenn du das prozessual so gut aufgebaut hast, wie ich das mit meinen Kunden erarbeite, dann kannst du dich immer an deinem Inhaltsgerüst, deinem Themengerüst und deinem Logikgerüst entlanghangeln.

Wie komme ich denn jetzt an diese Kernthesen?

Ich gehe mit dir jetzt genau die Schritte durch, die ich auch mit meinen Kunden an diesem Punkt mache. Das Ziel ist es, dass wir am Ende dieses Prozesses eine einzige These haben, die alle anderen gefundenen Thesen überlagert – die Kernthese also. Dazu kannst du verschiedene Programme und Tools nutzen, z.B. Mindmap, Word oder Excel. Mein persönlicher Favorit und daher meine Empfehlung an dich sind allerdings ganz klassische Karteikarten, die du beschriftest. Und wieder grüßt die Schule von früher, aber manche Dinge haben sich einfach bewährt.

Schritt 1:

Fang mit deiner ersten These an. Erinnere dich an meine letzten Blogartikel, in denen ich darüber geschrieben habe, dass wir ein Primärziel benötigen, eine Zielgruppe, einen Wachheitsgrad, die Leser Persona etc. Ich hoffe, dass du diese Schritte schon alle umgesetzt und da tiefer eingetaucht bist, denn das ist letztlich die Grundlage für das, was jetzt kommt.  

Daher gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass du schon Ideen hast, wer dein optimaler Leser ist, welches Problem er hat und wie du es lösen kannst.

Lass uns für dieses konkrete Beispiel einmal beim Thema Friseur bleiben, der anderen Friseuren dabei helfen möchte, ihren Laden vollzubekommen. Du erinnerst dich vielleicht an meinen Blogartikel von neulich, in dem ich das Beispiel des Friseur-Coaches aufgegriffen habe. Setze dich nun hin und überlege dir verschiedene Thesen zu diesem Thema. Sei dabei wirklich absolut offen und bewerte erstmal nichts, denn es ist ein Brainstorming und daher darf erstmal alles aufgenommen werden.

Im Folgenden könnten dies einige der Thesen sein:

Menschen kommen zum Friseur, um gesehen zu werden.

Menschen kommen zum Friseur, um nicht negativ aufzufallen.

Menschen sind mit sich nicht zufrieden und gehen deshalb zu Menschen, die ihnen helfen, besser auszusehen.

Menschen kommen zum Friseur, weil sie Kaffee wollen.

Menschen kommen zum Friseur, weil sie sich (anonym) jemandem anvertrauen oder jemandem etwas erzählen möchten, der ihnen zuhört.

Menschen kommen zum Friseur, weil sie andere Menschen in ähnlicher Situation sehen möchten.

Diese Thesen schreibst du nun alle einzeln auf jeweils eine Karteikarte. Nun kannst du allerdings noch tiefer blicken und wirklich in die Bedürfnisse der Friseurkunden abtauchen.

Menschen lieben es, die Haare gewaschen und eine entspannende Kopfhautmassage zu bekommen.

Menschen möchten vielleicht einfach mal wieder gekrault werden, also menschliche Zuneigung erfahren.
Menschen möchten einfach andere Menschen Weil man da Menschen angucken kann.

Menschen möchten bestimmte Zeitungen lesen

Und ja, du kannst jetzt noch weiter überlegen und dir z.B. die Frage stellen, wie man das Thema „Haare waschen“ noch besser nutzen kann, um als Friseur einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen. Das könnten weichere Handtücher sein, Wellness-Musik zur Entspannung und für ein SPA-Feeling, die Ausbildung der Mitarbeiter in der Kopfhautmassage.

Ich empfehle dir, für deine persönliche Expertise ca. 40 Thesen aufzuschreiben, mit denen du dann den nächsten Schritt gehen kannst.

Schritt 2:

Nun nimmst du alle deine geschriebenen Karten und selektierst evtl. ein paar Thesen aus, die dir nicht so gut gefallen. Die Mehrheit sollte allerdings im Stapel bleiben. Schau dir deine Thesen einmal an und ich könnte mir vorstellen, dass von diesen 40 Thesen mindestens 25 geeignet sind, um davon einen Post in Social Media zu schreiben. Somit kannst du deine Ideen schon mehrfach verwenden.

Jetzt mischt du den Kartenstapel und nimmst die ersten vier Karten runter. Du hast nun also vier Karten gestapelt, d.h. du hast hier bereits eine zufällige Reihenfolge an möglichen Kernthesen vor dir liegen. Eine dieser Kernthesen liegt als Karte ganz oben, die anderen drei darunter. Vielleicht passt es von der Reihenfolge her schon.
Ansonsten stellst du dir die Frage: Welche von diesen vier Kernthesen ist die Übergeordnete? Und dann sortierst du den Stapel genau so, wie es für dich passt.

Ja, aber jetzt geht es weiter. Du nimmst dir nun den großen Stapel und deckst nach und nach die anderen Karten auf. Bei jeder Karte stellst du dir die Frage: Ok, ist diese These übergeordnet zu irgendeiner der Thesen, die da gerade schon auf dem Tisch liegen? Wenn ja, dann ersetze sie.

Die alte Karte drehst du um und legst sie beiseite. Du änderst nichts daran und schmeißt sie auch nicht weg, denn die brauchen wir nachher noch.
So verfährst du nun mit allen anderen Karten und lasse dir bitte wirklich Zeit dabei.

Wenn du dich wohler fühlst, kannst du dir auch eine vertraute Person an deine Seite nehmen, die dich und dein Thema kennt und in diesem Falle als Coach fungiert. Das macht in der Qualität des Buches viel aus.

Wenn du den ganzen Stapel durchgegangen bist, hast du nun deine vier Kernthesen vor dir liegen. Lasse sie nochmal ein paar Tage liegen und checke immer mal wieder, ob dir noch etwas einfällt, ob noch etwas fehlt oder ob dir etwas nicht mehr passt. Und weißt du, was so richtig cool ist? Diese vier Kernthesen kannst du bereits mehrfach verwenden und viele Bereiche abdecken. Du kannst daraus z.B. deinen Autorenpitch erstellen, einen Klappentext oder wie gesagt Social Media Posts schreiben. Du hast hierdurch Themen für deinen Podcast, deinen Blog oder deinen Youtube-Channel.

WICHTIG: Schreibe die Kernthesen wirklich genau so auf, wie sie dir einfallen. Wir wollen hier kein literarisches Meisterwerk erschaffen, sondern das Gerüst aufbauen, dass die Basis deines Buches ist. Sieh es einfach als Motor deines Buches an.

Wenn du Lust hast, diesen Prozess mit mir gemeinsam durchzugehen, dann gib mir gerne Bescheid. Wir haben da zwei Möglichkeiten: Wir können das gesamte Buch zusammen schreiben oder du kommst in einen meiner Impuls-Workshops, in denen wir genau diesen Prozess in einer kleinen Runde von maximal 6 Autoren umsetzen. Hier verrate ich dir natürlich auch noch ein paar weitere Tipps für deine nächsten Schritte, z.B. diesen hier: Du hast nun noch ca. 36 Karten vor dir liegen. Überleg doch einfach mal, was das für dein Inhaltsverzeichnis bedeuten könne! Hier eröffnen sich nochmal ganz neue Möglichkeiten, dein Buch zielorientiert zu strukturieren.

Melde dich gerne, wenn ich dir bei den nächsten Schritten helfen darf – ich freue mich drauf!

Dein Markus

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Ich bin Markus Coenen. Wir machen das zusammen!

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